Consulting als Frischzellenkur
Wir haben für Sie zwei unserer Consultants Wolfgang Schwarz sowie Ramona Österle interviewt und sie dabei unter anderem zu Sonnen- und Schattenseiten des Consultant-Seins, Vorurteilen gegenüber Consultants, Zukunftsausblicke des Teams, Nutzen von Consulting und den Erfahrungen einer Produktmanagerin in der Consultant-Rolle befragt. Ihre Antworten direkt und persönlich lesen Sie hier.
16.09.2010 Mit welchen Vorurteilen gegenüber Consultants wirst du konfrontiert? Wie antwortest du darauf?
Ramona: Ich muss zugeben, dass ich in der Vergangenheit mit dem Begriff „Berater“ auch so meine Schwierigkeiten hatte. Ich kann daher gut verstehen wenn mein Gegenüber
mich erst mal etwas schräg anschaut. Noch dazu passe ich als junge Frau nicht wirklich in die imaginäre „Berater-Schublade“. Die einzige Möglichkeit Vorurteile gegen dieses Klischee
abzubauen, ist in einem Gespräch genauer zu erklären welche Aufgaben ich habe und wie der Kunde und auch wir als inet von einem solchen Einsatz profitieren.
Transportlogistik einfach, transparent und effektiv zu machen ist deklariertes Ziel von inet-logistics. Was trägt das Consulting-Team dazu bei?
Wolfgang: Ich berate unsere Kunden hinsichtlich unserer Lösung „Transportation Analytics“ und unterstütze sie dabei, ihre Daten aus Transport-, Frachtkosten- und
Behältermanagement in Berichte zu gießen, die ihnen helfen, ihre Logistikvorgänge besser zu verstehen und nachzuvollziehen. Aus abertausenden Datensätzen generieren wir ein
komprimiertes Bild vom Ist-Zustand das begreifbar wird. Erst wenn man komplexe Daten verständlich aufbereitet (einfach), können Probleme identifiziert (transparent) und Gegenmaßnahmen
ergriffen werden (effektiv).
Was macht dir am meisten Spaß als Consultant? Welche Seiten des Jobs fallen dir schwer?
Wolfgang: Die positive Seite am Consultant-Job: man hat keinen 08/15 Bürojob. Die negative Seite am Consultant-Job: man hat keinen 08/15 Bürojob. ;-) Es macht Spaß, sich
auf immer wieder wechselnde Kundensituationen einzustellen, man lernt sehr viel dazu. Natürlich gibt es oft Abende, an denen sich der Trolley schwerer packt.
Sind Consultants Einzelkämpfer?
Ramona: Es gibt Situationen, da kommt man sich vor wie ein Einzelkämpfer an der gegnerischen Front. Das sind Momente in denen man selbst an der Situation nichts ändern
kann und trotzdem direkter Ansprechpartner für jede Art von Problemen und Konflikten ist, ob man will oder nicht. Dem gegenüber stehen aber sehr viele Situationen in denen man dafür
auch direktes Lob bekommt und die Begeisterung des Kunden erfährt.
Viele Unternehmen stehen Consulting skeptisch gegenüber. Was würdest du ihnen erwidern warum Consulting doch Mehrwert bringt?
Wolfgang: Consulting darf keine abgehobene Wissenschaft oder Philosophie sein. Wir haben lediglich den Luxus, in der Sache „abzuheben“, Ideen kritisch zu hinterfragen und
als Externe Sichtweisen oder Lösungsansätze einzubringen die bisher so vielleicht noch nicht angedacht wurden. Dass nach einer gewissen Zeit eine Art Betriebsblindheit eintritt kenne
ich selbst, das ist vollkommen natürlich. Externe Beratung kann eine Frischzellenkur sein, das ist der Mehrwert den ich sehe. Bei langfristigen Projekten wird man außerdem auch als Teil
des Kundenteams gesehen, arbeitet monatelang eng zusammen, das intensiviert die Kunden-Lieferantenbeziehung, wovon letztlich beide Seiten nur profitieren.
Eigentlich bist du Produktmanagerin, für eine bestimmte Zeit jedoch Consultant. Wo siehst du die größten Unterschiede, was kannst du aus diesem Bereich mitnehmen? Und was war deine
persönliche große Herausforderung?
Ramona: Als Produktmanagerin habe ich einige Projekte hauptsächlich während der Konzeptionsphase begleitet und war dadurch meistens nur temporär Teil des Projektteams. Der
Nachteil liegt hier darin kein direktes Kundenfeedback zu bekommen. Somit konnte ich nur schwer beurteilen, ob der Kunde nicht nur die Lösung gemäß Konzeption erhalten hatte, sondern
auch eine, die seinen Anforderungen genau entsprach. Die Tätigkeit als Consultant ist insofern das komplette Gegenteil. Ich arbeite dort, wo die TMS-User des Kunden arbeiten und bekomme
dementsprechend viel Feedback zu unserer Lösung und meiner Arbeit. Die Entfernung zu den Kollegen, das ständige Unterwegssein und das damit verbundene Zurückstecken privater Interessen
zählen zu den größten Herausforderungen für mich. Gleichzeitig ist es aber auch eine tolle Chance neue Erfahrungen zu sammeln und unglaublich viel zu lernen. Genau das war der Grund,
warum ich diese Chance ergriffen habe.
In fünf Jahren werden wir…?
Wolfgang: …noch internationaler aufgestellt sein, unsere Leistungen noch stärker an global agierende Kunden angepasst haben, in Projekten auf anderen Kontinenten arbeiten.


