Human Resource Management bei inet
2010 war ein Jahr großer personeller Veränderungen bei inet. Viele neue Mitarbeiter wurden eingestellt und die Internationalisierung vorangetrieben. Deshalb interviewten wir unsere HR Managerin Dr. Irene Häntschel-Erhart zur Rolle von HR bei inet, globalen Wachstum und weiteren Herausforderungen.
30.03.2011 Was würdest du als Hauptaufgabe von HR bei inet bezeichnen?
Hauptaufgabe ist es, für das globale Wachstum von inet die richtigen Skills - qualitativ wie quantitativ - bereit zu stellen. Dabei ist zu bedenken, dass in unserem people business
die Anforderungen an den Einzelnen - egal in welcher Position - sehr hoch sind. Die MitarbeiterInnen müssen sowohl Know-how im Transportlogistik-Umfeld als auch im IT-Umfeld
mitbringen. Auch die persönlichen Anforderungen sind sehr hoch. Unsere MitarbeiterInnen müssen flexibel und belastbar sein, mit ambivalenten Situationen umgehen und auch unter hohem
Druck Höchstleistung erbringen können. Deshalb ist die Rekrutierung anspruchsvoll und die anschließende Förderung der neuen Talente so wichtig. HR ist für die Rekrutierung, Einführung
und Begleitung bis hin zu eventuellen Ausstiegsszenarien verantwortlich wie z. B. durch Expert Debriefings und anderen wissenssichernden Methoden.
Du hast in einem Zeitungsinterview eben diesen „Kampf
um Talente“ beschrieben – wie gelingt es den zu gewinnen?
Wir punkten mit dem Gesamtpaket inet. Hohe Eigenverantwortung, großer Gestaltungsspielraum - das sind Faktoren die Menschen motivieren, die etwas bewegen, verändern, sich einbringen
wollen. Viele unserer neuen Mitarbeiter kommen aus großen Unternehmen, bei denen sie aufgrund der starren Strukturen nicht so viel bewegen konnten. Außerdem zeigen wir mit großen und
kleinen Zeichen unseren Mitarbeitern Wertschätzung. Das fängt bei Willkommenspaketen an, geht über Eventformate die zusammenschweißen und „endet“ bei neuen Büroräumlichkeiten. Uns ist
wichtig, dass wir keine zweckfreie Beschäftigung anbieten, sondern wirklich konkrete Anliegen und Bedürfnisse der inet Mitarbeiterinnen in einem anderen Lernkontext adressieren. Zum
Beispiel gehen wir klettern um das Vertrauen zwischen MitarbeiterInnen zu stärken, die sonst nicht täglich zusammenarbeiten. Ich denke die Fotos sprechen da für sich. Genauso ziehen wir nicht einfach in ein neues Büro,
sondern berücksichtigen im Gestaltungskonzept die Anforderungen der verschiedenen Arbeitstypen.
In den Stellenanzeigen werbt ihr, dass MitarbeiterInnen Herausforderung beyond standard erwartet – schreckt das nicht manche potentiellen Bewerber ab?
Es schreckt auch tatsächlich manche ab. Das sind jedoch Menschen, die einen Job suchen, nicht Herausforderungen. Diejenigen, die sich trotzdem bewerben, wollen aber auch mal ins kalte
Wasser springen, etwas zugetraut und anvertraut bekommen. Und genau diese Leute brauchen wir und wollen wir. Von solchen Bewerbern bekommen wir in Interviews auch immer wieder das
Feedback, dass man schon auf unserer Website merkt „da ist was anders“. Die Herausforderungen und die Zusammenarbeitskultur, dieser schwer greifbare „Spirit“ bei inet, der macht uns
attraktiv.
Diversity management, cross-cultural und virtual teams…man hört viele Schlagwörter und Diskussionen zu den Vor- und auch Nachteilen von Teams, deren Mitglieder verschiedene
kulturelle Backgrounder haben. Wie sieht das bei inet aus?
MitarbeiterInnen aus anderen Kulturkreisen einzustellen führt zu einer ungeahnten Komplexitätserhöhung im Alltag. Trotzdem lohnt es sich. inet hat sich bewusst dafür entschieden und
setzt das nun praktisch um z.B. durch halbjährige Aufenthalte unserer thailändischen Kollegen in Österreich. Über verschiedene Kulturkreise hinweg Skills aufbauen zu können, wird
mittel- bis langfristig nötig sein um weltweit die passenden Kompetenzen zu finden, zu vernetzen und dadurch herausragende Lösungen bieten zu können. Das ist sicherlich schwierig,
aber aus unserer Sicht für den nachhaltigen Unternehmenserfolg eine unerlässliche Strategie. Im Sinne der Nachhaltigkeit wollen wir auch langfristige, gute, tragfähige Beziehungen mit
unseren MitarbeiterInnen. Wir schätzen den frischen Wind und die Ideen neuer Leute, aber prinzipiell wollen wir uns langfristig gemeinsam entwickeln. Das beweist auch die hohe Anzahl
langjähriger MitarbeiterInnen bei inet, trotz der üblicherweise recht hohen Fluktuation in der IT-Branche.
Du hast sowohl in der Privatwirtschaft als auch an Universitäten gearbeitet. Was fällt dir auf wenn du inet mit anderen Organisationen vergleichst?
Ich beschäftige mich seit mehr als 15 Jahren mit den Fragen „Wie kann man Wissen verbreiten und austauschen? Und wie werden Kompetenzen entwickelt?“. Der Vergleich mit dem
Universitätsumfeld hilft uns unsere tägliche Arbeit grundsätzlich besser zu verstehen, sind doch die Universitäten die ältesten Wissensorganisationen. Besonders an der Universität St.
Gallen haben wir früh schon neue Kommunikationswege und Kooperationsformen aus dem „Enterprise 2.0“ Umfeld erforscht und gelebt. Bei anderen Unternehmen war das Problem oft, dass
Abteilungsgrenzen aufgeweicht werden mussten, damit Wissen durchdringen konnte. Bei inet ist es interessanterweise andersrum: unsere Mitarbeiter haben stets so intensiv miteinander
„genetworked“, dass wir zurzeit eher Strukturen festigen müssen. Dieses starke „Vernetzt-Sein“ sehe ich allerdings als Basis für unsere Fähigkeit schnell zu lernen.
Welche Rolle spielen Werte bei der Internationalisierung von inet?
Für die erfolgreiche Internationalisierung von inet ist es entscheidend wertegetrieben zu agieren. Es müssen also Vertrauen, Agilität und Exzellenz unser tägliches Tun bestimmen,
damit wir nachhaltig erfolgreich sind und alle in die gleiche Richtung ziehen trotz unterschiedlicher Tätigkeiten, Positionen, Länder, Niederlassungen und Charaktere.
Danke für das Interview.

