Anstieg der Transportkosten kompensieren
Eine elektronische Vernetzung mit Behörden spare Kosten, sagt inet-CEO Oswald Werle.
(Verkehr 02.2009) Viele Geschäfte werden heute auf globaler Ebene abgewickelt. Das bedeutet ausgedehnte Lieferketten mit grenzüberschreitenden Transporten, die die Beachtung zahlreicher Gesetze, Regeln und Vorschriften erfordern. Im Gespräch erläutert Oswald Werle, CEO der inet-logistics GmbH, wie sich die so rapide wachsende Komplexität in globalen Transportprozessen nachhaltig reduzieren lässt.
Frage: Nicht nur steigende Mautgebühren sondern auch umfassende Zoll- und Compliance-Anforderungen treiben die Transportkosten in die Höhe. Was kann die IT leisten, um
international agierenden Unternehmen zu unterstützen?
Oswald Werle: Nehmen wir als Beispiel die aktuellen Herausforderungen im Zoll: Wenn ab dem 1. Juli 2009 jedes exportierende Unternehmen verpflichtet ist, seine Ausfuhranmeldungen
EU-weit elektronisch an die Behörden zu übermitteln, stehen viele Verlader vor der Aufgabe, diese Anforderung in die existierenden Arbeitsabläufe einzubinden. Zur Lösung dieses
grundlegenden Problems setzt sich am Markt ein kollaborativer Ansatz durch, der die Vorteile der Internettechnologie nutzt, um transportspezifische Aufgaben jenseits der einzelnen
IT-Systeme zu lösen. Web-basierte Integrations-Pattformen wie der logistics-server® stellen jedem Supply Chain-Partner wie Verlader, Logistikdienstleister, Empfänger und auch Behörden
Funktionen und Informationen zur Verfügung, die er für seine spezifischen Aufgaben braucht. Im Ergebnis werden so Informations- und Materialfluss synchronisiert. Das ist eine
wesentliche Voraussetzung, um durch effiziente und vor allem transparente Strukturen die Effektivität in der Supply Chain wesentlich zu steigern.
Frage: Was leistet hier ein Zollmanagement ?
Oswald Werle: Zollmanagement ist eine integrierte Komponente in der Supply Chain Execution. Erst, wenn eine Zoll-Software mit den vor- und nachgelagerten IT-Systemen reibungslos
zusammenspielt, also von diesen im Prozess Daten übernimmt und übergibt, lassen sich Transporte wirklich optimal planen, steuern und damit kosteneffizient durchführen. Bei der
umfassenden Wahrung der vielschichtigen Compliance-Anforderungen spielen modular aufgebaute, kollaborative und unternehmensübergreifende Integrationsplattformen wie der
logistics-server® ihre Vorteile richtig aus. Sie unterstützen die transparente Vernetzung von Versender, Logistikdienstleister, Empfänger und Behörden. Dazu optimieren sie den
durchgehenden Warenfluss auf Grundlage der Warenwirtschaftsdaten. So lassen sich Transportkosten signifikant senken.
Frage: Welche Einsparungen lassen sich konkret erzielen?
Oswald Werle: Erfahrungen belegen, dass sich mit einem durchgängigen integrativen IT-System zwischen 5 bis 15 Prozent der Frachtkosten einsparen lassen. Zusätzlich können durch
die Automatisierung von Planung, Optimierung, Prüfung und Verbuchung der Transporte die Prozesskosten bis zu 30 Prozent reduziert werden.

