Pressebericht
In der Automobilindustrie harzt es vieloerorts bei der Zulaufsteuerung: Viele Partner mit ebenso vielen IT-Systemen erschweren den Informationsaustausch. Software für Supply Chain Execution schafft Abhilfe.
(computerworld.ch 03.2008) Die durchgängige Steuerung unternehmensübergreifender Logistikprozesse stellt die Automobilindustrie vor große Herausforderungen. Allein der Teilprozess der Zulaufsteuerung ist eine Herkulesaufgabe: Die Vielzahl der beteiligten Supply-Chain-Partner mit jeweils unterschiedlichen IT-Systemen steht einem reibungslosen Austausch wichtiger Informationen oft im Weg. Die dadurch entstandene Intransparenz verursacht erhebliche Kosten, etwa durch die Adhoc-Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse.
Um die Zulaufsteuerung zu optimieren, benötigen Unternehmen also möglichst frühzeitig Zugang zu umfassenden Informationen. Daneben gilt es, alle mit dem Wareneingang in Zusammenhang stehenden Erfassungs- und Kontrollaufgaben zu automatisieren. Vor diesem Hintergrund hat der VDA mit seiner "Empfehlung 5004" bereits vor mehreren Jahren den sogenannten Pickup-Prozess in der Branche standardisiert. Bislang ist allerdings die konsequente Weiterführung hin zur durchgängigen Automation dieses Prozesses ausgeblieben.
Vernetzung aller Partner
Einen möglichen Lösungsansatz für die Automation des Pickup-Prozesses stellt internetbasierte Standard-Software für Supply Chain Execution dar. Solche Systeme synchronisieren den Waren- und Informationsfluss und ermöglichen eine Vernetzung aller Partner. Dies betrifft auch die im Rahmen der Zulaufsteuerung relevanten Bereiche des Transport- und Frachtkostenmanagements.
Alle Supply-Chain-Partner binden ihre IT-Systeme über standardisierte Schnittstellen direkt an eine zentrale Informationsplattform an oder nutzen die dort gesammelten und aufbereiteten Informationen sowie die benötigten Funktionen über das Internet. Dadurch ist es möglich, auch kleinere Partner in den Informationsfluss einzubinden.
Abstimmungsprozess entfällt
Solche Fachsysteme sind den klassischen ERP-Systemen weit überlegen: Sie automatisieren zentrale Aufgaben des Pickup-Prozesses. Die Versand- und Transportplanung wird für den OEM vereinfacht, indem die Lösung auf Basis der Lieferabrufbelege (LAB) wichtige Vorarbeiten in der Abstimmung mit Zulieferern und Logistikdienstleistern übernimmt. Die im ERP-System des OEM generierten Daten zu den LAB werden in die zentrale Logistikplattform übernommen. Auf dieser Grundlage werden dann die Soll-Transportanmeldungen automatisch erzeugt. Anhand eines vorab definierten Regelwerks oder der Transportplanung werden darüber hinaus Transportaufträge zu Touren zusammengefasst. Damit ist kein aufwändiger Abstimmungsprozess mit den Zulieferern mehr notwendig. Gleichzeitig haben die Logistikdienstleister die Gelegenheit, via Internet jederzeit auf die Bedarfsdaten des OEM zuzugreifen.
Fazit: Systemgrenzen überwinden
Internetbasierte Supply-Chain-Execution-Lösungen sind in der Lage, die Grenzen zwischen den IT-Systemen der an der Zulaufsteuerung beteiligten Partner zu überwinden. Damit sind sie prädestiniert, Pickup-Prozesse weitgehend zu automatisieren. Die Supply Chain wird durch solche Systeme für alle Beteiligten transparent, der Pickup-Prozess besser steuerbar und die Planungssicherheit für die Produktion steigt.
