Pressebericht
RFID. Die funkgestützte Verfolgung des Warenflusses leidet noch an Kinderkrankheiten
(Die Presse 05.2006) Welches Innovationspotenzial man der neuen Ortungstechnologie zutraut, zeigt auch die Tatsache, dass auf der heurigen CeBIT in Hannover, der weltgrößten Hightech-Schau, dem Thema Auto ID/RFID erstmals ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet war. Allerdings ist die Euphorie, die die Branche angesichts der nahezu uneingeschränkten Einsatzmöglichkeiten vor rund zwei Jahren erfasst hatte, heute eher einem nüchternen Realismus gewichen.
Auf deutlich bessere Erfahrungen kann Oswald Werle, Geschäftsführer von inet-logistics, verweisen. inet-logistics betreibt einige Projekte mit großen Industrieunternehmen, bei denen der Weg von Containern vom Ausgangsort bis zu ihren Zielen, etwa Ländern wie Brasilien, lückenlos nachverfolgt werden kann. Zum Einsatz kommen hier allerdings ausschließlich aktive RFID-Tags. Da diese im Gegensatz zu ihren passiven Gegenstücken über eine eigene Batterieversorgung verfügen, haben sie nicht nur eine größere Reichweite (bis zu 300 Metern), auch die Qualität der Leserate ist deutlich besser. Außerdem können sie auf ihrem Weg laufend Daten aufzeichnen (Temperatur, Erschütterung, Feuchtigkeit usw.) sind x-mal wiederverwertbar und verfügen über eine Lebensdauer von rund sechs Jahren.
"Beim Einsatz von aktiven Tags innerhalb einer genau definierten Supply-Chain kann man die RFID-Technologie im Prinzip als ausgereift bezeichnen. Allerdings muss es sich auch rechnen. Kostendeckend arbeitet man daher erst in Einzelbereichen, etwa bei der nahtlosen Überwachung von Kühlketten im Lebensmittel- oder Pharmabereich oder bei teuren Konsumgütern.", so Werle. Hier zeigen sich dann aber die gesamten Vorteile der neuen Technologie: Die Transportbedingungen lassen sich in Realzeit überwachen, die Daten können vollautomatisch gespeichert, ausgelesen und über mobile Wege übergragen werden.
"Auch wenn das System derzeit noch teuer ist - das Zukunftspotenzial dieser Technologie ist so enorm, dass in den nächsten Jahren sicher noch viele Unternehmen auf diesen Zug aufspringen werden", gibt sich Werle überzeugt. "In erster Linie gilt es dabei allerdings, jene Themen zu identifizieren, bei denen dies auch sinnvoll und wirtschaftlich zu bewerkstelligen ist."
