Pressebericht
Für innovative Produkte und kluge Geschäftsideen winkt Unternehmern eine inzwischen schier unüberschaubare Zahl an Preisen - deren konkreten Nutzen bei den Empfängern keineswegs unumstritten sind
(Profil 02.2007) Das Vorarlberger Unternehmen inet-logistics, das sich auf Softwarelösungen im Bereich Logistik spezialisiert hat, verfolgt ganz bewusst eine recht selektive Strategie bei der Bewerbung um Innovationspreise: "Wir haben nichts davon, wenn wir uns um einen Preis bemühen, den wir für ein Nischenprodukt gewinnen können", erklärt Pressesprecher Markus Krüger. "Preise sollen unsere Kernkompetenzen herausstreichen." Dazu gehöre eben auch, sich nicht überall zu bewerben, sondern an manch einem Bewerb absichtlich nicht teilzunehmen.
Die Strategie scheint durchaus Früchte zu tragen: Seit das Unternehmen im Jahre 2000 den Vorarlberger Innovationspreis mit nach Hause nehmen durfte, will die Serie von weiteren Auszeichnungen offenbar nicht mehr enden: Logistik- und Innovationsawards aus Österreich, Deutschland und der Schweiz stapeln sich mittlerweile im Wolfurter Firmensitz. Die damit verbundene PR ist es, die inet-logistics motiviert, auch weiterhin immer wieder Bewerbungen einzureichen. "Wenn hingegen das Geld unser Antrieb wäre", so Krüger, "hätten wir mittlerweile wohl eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich mit dem Auffinden von Preisen und dem Verfassen von entsprechenden Aufträgen befassen würde."
Freilich scheinen sich nicht einmal jene ausreichend im Dickicht des Preisdschungels orientieren zu können, die für die Vergabe der Auszeichnungen verantwortlich sind. Weder beim AWS von bei der Wirtschaftskammer kann man sagen, wer denn nun genau in Österreich welche und wie viele Innovationspreise vergibt.
